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Südafrika - Middelpits
13.12.2006 - 33430 Kilometer ab San Felice de Circeo / Italien

Grenzstation Middelpitz. Neugierig werden wir von den Zollbeamten umringt. Wir sind eine der wenigen Touristen, welche sich an diese Grenze verirren, und von Europa, die ersten. Vom Carnet de Passage haben die Beamten wohl irgendwann mal etwas gehört, aber noch nie eines zu Gesicht bekommen. Andreas gibt zu allen Fragen Antwort, erklärt unsere bisherige Reiseroute und zeigt wie immer stolz sein Auto. Erstauntes und jugendliches, träumerisches Glitzern in den Augen der Beamten. Sie wünschen uns eine gute Fahrt.





13.12.06 - 370 km - 33500 km ab Circeo
Bushcamp Nähe Upington - über Askham


Direkt nach der Grenze decken wir uns neu mit Lebensmittel ein, zumindest was der kleine Laden an Lebensmitteln überhautp hergibt. Die Häuser und wenigen Läden sind mit Stacheldraht und Alarmanlagen gesichert. Selbst in dem kleinen Einkaufsladen sitzt die Kassiererin in einer eingezäunten Nische.

Bei der Weiterfahrt Richtung Upington, an jeder Farm ein Warnschild: "Hier wird von Schußwaffen Gebrauch gemacht! Eintritt nur nach Anmeldung!". Dieser Spruch in englisch, afrikaans und örtlicher Stammessprache. Für diejenigen, welche nicht lesen können, Waffensymbole und Totenköpfe. An den ganzen Horrorgeschichten über die hohe Kriminalität in Südafrika scheint wohl etwas Wahres zu sein!
Ja, und mit den gewohnten Bushcamps sieht es hier auch nicht so rosig aus. Die riesigen Flächen entlang der Piste sind eingezäunt und mit dicken Schlössern verriegelt. Mit dem Dämmerungslicht fahren wir zu einer der Farmen und fragen nach einem Stellplatz. Pitt, ein dicker, gutmütiger, weißer Südafrikaner, bejaht dies sofort und wir können uns auf seinen 20 Hektar einen Platz suchen.




Augrabies Falls
14.12.06 - 160 km - 33660 km ab Circeo
Camp Augrabies Falls


Zum frühen Morgen kommt Pitt, um sich nach unserem Befinden zu erkundigen. Wir danken ihm für seine Gastfreundschaft und fahren weiter nach Upington. Der Simmerring der Hinterachse verliert Öl. Wir müssen mal wieder in die Werkstatt!

Das Auto steht nun in Upington auf der Hebebühne. Andreas sieht sich den Toyota von unten an und ruft plötzlich aufgeregt: "Es fehlt ein Stoßdämpfer! Schau her, er ist nicht mehr da! Er ist wirklich nicht mehr da!"  Wir können beide unseren Augen nicht trauen. Der rechte Stoßdämpfer ist in der Mitte auseinander gebrochen und es hängt nur noch ein trauriges Überbleibsel an der letzten vorhandenen Schraube. Er war einfach in der Mitte gebrochen und abgefallen.

Den fehlenden Stoßdämpfer haben wir aufgrund der Luftkissen, welche in den Hinterachsfedern integriert sind, nicht bemerkt. Hier in Upington gibt es keine starken Stoßdämpfer, wir werden auf Cape Town verwiesen. Gut, wir haben bisher nicht am Fahrverhalten feststellen können, dass etwas fehlt, also können wir auch so bis Cape Town weiterfahren.

Einen halben Tag in der Werkstatt verbracht, verwirrt wegen dem Stoßdämpfer, entschließen wir Ablenkung bei den nahe gelegenen Augrabie Wasserfall zu suchen.

Angekommen in dem Naturpark, sind wir zwar von der komplizierten Anmeldung für den Campingplatz irritiert, jedoch positiv von der kompletten Anlage überrascht. Ein schöner, gepflegter Campingplatz. Wir finden unseren Stehplatz und werden nun von zahlreichen Dassies beäugt. Anscheinend werden wir von ihnen nicht als sonderlich störend empfunden, sie knabbern fleißig weiter an ihren Grashalmen. Bei einem Spaziergang am Wasserfall besprechen wir die weitere Tour. (Foto Augrabies Falls siehe oben)



Dassies!
Diese Tierchen sollen gentechnisch dem Elefanten am ähnlichsten sein! Wir vermissen den Rüssel!




Mondberg - Naturpark Augrabies Falls
15.12.06 - 270 km - 33930 km ab Circeo
Bushcamp Nähe Pella


Was für ein Krach in den frühen Morgenstunden. Wir schauen verschlafen aus der Fensterluke und sehen etliche Paviane, welche sich lautstark auf dem Campingplatz amüsieren. Sie springen über Bäume direkt auf die Dächer der Duschräume und rutschen diese kreischend auf ihren rosa glänzenden Pobacken wieder hinab. Immer mehr von den Pavianen kommen aus den Büschen. Eine Horde von mehr als 100 Tieren zieht über den Platz. Wie gern würden wir fotografieren oder filmen, aber bei dem Anblick dieser großen und randalierenden Tiere, bringt keiner von uns den Mut auf, sich aus dem Zelt zu bewegen.

Weitaus angenehmer erscheint uns der kleine graue Affe, welcher uns zum Frühstück besucht und auf Essenreste wartet.
Der Augrabies Fall National Park ist ein relativ kleiner Naturpark, nur wenige Kilometer sind mit dem Auto passierbar. Wir sind keine Wandertypen, also genießen wir die phantastisch reizvolle Landschaft entlang der wenigen Pisten. Der Orange River hat im laufe der Jahrtausende tiefe, schöne Schluchten in die Bergregion gezogen. Die Landschaft hat einen phantastischen ruhigen Reiz.



Der Orange River,
wie er sich beeindruckend durch den Augrabies National Park schlängelt.
Von Augrabie fahren wir weiter entlang Savannenlandschaft nach Pofadder und biegen auf die Pistenstraße Richtung Pella. Wir sind neugierig auf die in Afrika größten von Hand angelegten Dattelplantagen.



Von der Hochebene bei Pofadder zur Bergregion von Pella.


In Pella angelangt stellen wir fest, dass wir die Abfahrt zu den Plantagen in Klein Pella verpasst haben. Unwirklich scheint uns die hübsche Mission in dem sonst so kleinen und häßlichen Städtchen. Die Menschen sind ärmlich gekleidet und jeder, welchen wir wegen den Plantagen fragen, hat keine Zähne mehr im Mund.

Auf der Suche nach einem Bushcamp fahren wir einige Kilometer entang des Orange Rivers. Die Landschaft ist sehr schön, jedoch ist es am Rande des Flusses für ein Camp zu sehr von bevölkert. Wir biegen in die Bergregion und finden kurz vor Sonnenuntergang einen friedlichen, schönen Übernachtungsplatz.



Die Pella Mission sowie die Bergregion Nähe Pella.
16.12.06 - 360 km - 34290 km ab Circeo - Bushcamp Nähe Vioolsdrif

Diese grünen Plantagen mittels in der öden Berglandschaft haben wirklich etwas besonderes, jedoch wird dieser Reiz negativ von den schlechten Pistenverhältnissen ausserhalb Klein Pella auf dem Weg zur größten Plantage getrübt. In Klein Pella wollen wir unsere lang ersehnten frischen Datteln kaufen, aber, sind diese leider ausverkauft.



Bergregion von Pella. Einer unser wunderschönen, einsamen Bushcampplätze.



Dattelplantagen Klein Pella.
Wir fahren weiter über Springbok und Steinkopf in Richtung Richtersveld National Park. Ab Vioolsdrif soll es eine direkte Piste zum National Park geben. Vioolsdrif ist eine winzige Grenzstadt zwischen Südafrika und Namibia. Unsere Annahme hier eine Tankstelle zum Wassertanken zu finden, ist falsch. Keine Tankstelle, also auch kein Wasser! Andreas, mal wieder ganz aufgeregt und der Verzweiflung nahe, fragt schließlich die Zöllner. Diese öffnen kurz ihre Schranken, lassen uns in Namibia einreisen, um am Grenzhäuschen Wasser zu tanken.

Blick über den Orange River auf die Bergregion von Namibia


Die uns angeratene Piste ist mühsam und auf dem GPS stellen wir fest, dass sie nicht auf direktem Weg zum Richtersveld National Park zuführt. Anfänglich am Orange River, mit Blick auf Namibia, führt sie jetzt um ein großes Bergmassiv herum. Wir wären auf normaler Strecke nicht nur schneller, sondern auch Fahrzeug schonender unterwegs gewesen. Dieser Rat, über Vioolsdrif zu fahren, war also einer der vielen falschen Ratschläge, welche man ab und an aus Gutgläubigkeit befolgt. Aber gut, wie immer machen wir das Beste daraus und erfreuen uns der Landschaft.

Versteckt hinter einer Bergkuppe, schlagen wir unseren Übernachtungsplatz auf. Irgendwie ist es verdammt frisch hier. Wir sind dem Atlantik, mit seinem Meeresströmen vom Südpol, relativ nah, und nach Untergang der Sonne bricht die Kälte über uns herein.
17.12.06 - 130 km - 34420 km ab Circeo - Camp Richtersveld National Park

Weiter führt uns die Piste durch die Bergregion. Irgendwann wird diese auch befestigter und wir kommen schneller vorwärts.



Fahrt vom Bushcamp zum Richtersveld National Park

Mittagszeit. Ein Motorradfahrer kommt uns entgegen, dann der zweite. Andreas hält ihnen zwei kalte Bierdosen vor die Nase und die Jungs können natürlich nicht Nein sagen. Inzwischen kommt auch der dritte Fahrer an. Andreas ist eifrig am plaudern und ich ... kann nur lächeln. Wurde Zeit, dass Andreas seine verbalen Energieströme los wird. Fast 2 Stunden nette Abwechslung.



Richtersveld National Park

Wir erreichen den National Park erst zum späten Nachmittag. Es gibt verschiedene Campingplätze im Park, jedoch reicht uns die Zeit nur zum ersten dieser Plätze. Der Platz liegt direkt am Fluß. Leider jedoch keine Aussicht auf diesen, wegen dem starken Baumbewuchses. Aber dafür gibt dieses Holz der Bäume ein phantastischen Grillfeuer und Lagerfeuer in der Nacht.
18.12.06 - 100 km - 34520 ab Circeo - Bushcamp Nähe Richtersveld National Park

Die Landschaft im National Park, speziell hier am Orange River, ist wunderschön und bizarr. Immer wieder wandern meine Augen zum Boden, denn in dieser Gegend sind die größten Diamantabbaugebiete in Südafrika.




Richtersveld National Park, am Orange River



Richtersveld National Park, karge, aber auch zum Teil weiß blühende Landschaft
Die Bergmassive über welche die Pisten führen sind nicht zum schnelleren Fahren geeignet. Allradkenntnisse sind zum teil wirklich erforderlich. Wir müßen die Tour verkürzen um rechtzeitig den Park ohne weitere Übernachtung verlassen zu können.



Kurz vor dem Ausgang aus dem Park, nochmals ein phantastischer Ausblick auf die gigantisch schöne Bergregion.





Vorsicht! Stellt nie Eure Autos in der unmittelbaren Nähe von kleinen gefährlichen Tierchen ab! Sie suchen eventuell gerade ein schattiges Plätzchen oder einfach nur einen sicheren Ort zum Unterschlupf!

Gerade erst eine Begegnung mit einem Skorpion, welcher sich unter unserem Toyota in Ruhe und Sicherheit wiegte, sehen wir jetzt eine schwarze, ca. 1,80 Meter große, Schlange, welche sich über den Weg schlängelt. Wir halten natürlich an, um sie zu fotografieren. Ich mach das erste Foto mit meinem Tele aus sicherer Entfernung und lauf dann langsam auf sie zu, die Enfternung für ein gelungenes Foto ist zu groß. Jedoch mit meinen ersten Schritten in ihre Richtung schlängelt sie blitzschnell davon. Zum Auto. Sie verschwindet unter dem Auto.
Eine Schlange an Bord. Kein angenehmer Gedanke. Andreas fährt hin und her und ich schaue am Straßenrand, ob sie eventuell irgendwann herausfällt. Sie fällt nicht. Gut, der Alltag geht weiter, wir brauchen ein Bushcamp, und finden dieses auch in der Nähe des Richterveld Parks. Die Schlange wird das Auto verlassen, sobald es ruhig ist, trösten wir uns. Aber dennoch Zweifel, als Kaltblüter wird sie in der kalten Nacht nicht verschwinden, sondern einfach zusammengerollert irgendwo im Fahrwerk verweilen. Das Essen schmeckt trotzdem, wenn auch zwei Meter weiter vom Auto entfernt.



Bushcamp Nähe Richtersveld National Park
Pflanzen im und um den Richtersveld National Park

Durch das besondere Kima, tagsüber sehr heiß und in der Nacht kalt, haben sich in diesem Gebiet wasserspeichernde Überlebenskünstler entwickelt. Durch geringes Berühren platzen die kleinen Wasserporen und reichlich Flüssigkeit tritt heraus. Da zum Teil sehr viele dieser Pflanzen hier wachsen, nehmen wir an, dass sie für Tiere in der trockenen Region nicht schmackhaft sind.







Steingartenliebhaber hätten hier wohl ihre reinste Freude. Selbst uns gefallen diese zum Teil sehr bizarren Pflanzen.







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