Angola - Noqui
9.03.2006 - 19350 Kilometer ab San Felice de Circeo / Italien






Blick von der Grenzstadt Noqui auf den Grenzfluss Congo

Grenzstation Noqui. Grenz- und Zollbeamte teilen sich ein altes Kolonialhaus im portugiesischen Baustiel. Andreas, Rick und ich werden gebeten, uns in dem kahlen Empfangsraum zu setzen. Wir werden gemustert, viele Fragen werden gestellt. Ein Grenzbeamter schreibt unsere Personalien auf einen großen Schmierzettel, ein zweiter steht neben ihm und korrigiert das Geschriebene. Nach langer Zeit sind unsere Daten erfasst, jedoch können wir keinen Einreisestempel bekommen. Der Chef der Emigration ist krank und dieser hat die Stempel. Auf die Frage "Und jetzt?" keine Antwort, nur Schulternzucken. Wir überreden einen Beamten die Stempel einfach beim Chef abzuholen. Da kein Fahrzeug zur Verfügung steht, steigt der Beamte auf den Rücksitz des Motorrads und Rick fährt ihn zum Wohnsitz des Kranken. Bis Rick, der Beamte mitsamt den Stempeln wieder vor Ort ist, erledigen wir die Zollformalitäten für die Carnets mit einem fast aus der verblichenen Uniform platzenden Zöllner.
9.03.06 - 19420 Kilometer - Bushcamp Nähe Mpala

Das Örtchen Noqui zeigt durch den langjährigen Krieg lädierte Häuser im portugiesischen Baustil. Hier und da im Schatten sitzendes Militär. Keiner will etwas von uns. Die Grausamkeiten des Krieges spiegeln sich in den Gesicht-zügen der Männer wieder. Sie winken uns müde weiter. Unser Gefühl von Unver-ständnis und Mitleid vergessen wir bei dem fantastischen Anblick der uns nun bietenden Landschaft. Der Congo, der mächtige Grenzfluß, liegt umgeben von einer grünen Gebirgslandschaft vor uns (Bilder oben).



1. Bild
Piste Nähe Noqui

2. Bild
Piste Nähe Mpala
Die Teerstraße ab der Grenze endet direkt nach Noqui in eine Flugzeuglande-bahn. Neben der Landebahn führt eine Sandpiste weiter ins Landesinnere Rich-tung Mpala. Nach Mpala folgen wir einer schon seit langem nicht mehr be-fahrenen Piste und finden unser Bushcamp in einer schönen Hügelregion mit sattgrünen Bäumen gesäumt an kleinen Bächen und großen freiliegenden Fels-steinen.



1. Bild
Bachlauf in der Dämmerung

2. Bild
Sonnenuntergang Bushcamp Mpala
9.03.06 - 19580 Kilometer - Bushcamp Nähe Tomboco

Weiter geht es durch viele kleine Dörfer. Auffallend die im Winde wehende Angolafahne in jedem Dorf und die Parteiplakate an jedem Wohnhaus. Die Häuser sind sehr provisorisch erbaut, überwiegend aus Lehm und Wellblech. Strom- oder Telefonleitungen sind nicht zu erkennen. Einkaufsmöglichkeiten keine, nur ver-einzelt ein kleiner Dorfstand mit einem kläglichen Angebot. Das dies nicht immer so war, zeigen hier und da an den Ortsein- und ausgängen durch Kriegsmunition zerstörte Häuser im ordentlichen Baustil. Weiter am Wegesrand eine zerstörte Schule mit typisch russischen Betonfiguren im Eingangsbereich. Auf dem Ge-lände jedoch Militär, so dass ich mich nicht getraue zu fotografieren.



Bilder links
sowie erste zwei Bilder rechts:

Kriegsdenkmal
Nähe Tomboco
Vor Tomboco fahren wir an einem alten Friedhof vorbei. Ein Denkmal erinnert an ein Kriegsereignis des Jahres 1982. Ziegen fressen das Unkraut um die Kreuze der in den Folgejahren hinzufügten Gräber.






Es beginnt eine Asphaltstraße, welche sich jedoch in einem jämmerlichen Zustand befindet. Ein tiefes Loch neben dem anderen, ein Aus-weichen ist nicht möglich, nur langsam fahren und durch. In Tomboco zum ersten mal Stromle-itungen. Wir steuern die Mission in Tomboco an. Ein netter Pfarrer zeigt uns die noch im Bau befindlichen neuen Gästezimmer und die seit langer Zeit bestehenden Zimmer. Trotz aller Mühe des Pfarrers, die Unterbringungen spiegeln den ärmlichen Charakter Angolas deutlich wider.
Rick, später Guide einer Motorradgruppe wird in wenigen Monaten hierher zurückkehren, wir be-schließen für heute jedoch wie immer ein Bush-camp vorzuziehen.

Wir mühen uns weiter auf der kaputten Straße entlang schönen Gesteinsformationen und grüner Vegetation. Unser Bushcamp finden wir 50 Kilometer hinter Tomboco bei einer alten Sand-grube.


1. Foto links: Tomboco
2. Foto lins: Gesteinsformationen hinter Tomboco
3. Foto links sowie 3. Foto rechts:
Zustand der Asphaltstraße ab Tomboco
10.03.06 - 19780 Kilometer - Bushcamp Nähe Ambriz

Kurz nach der Weiterfahrt überqueren wir den Rio Mbridge. Ein schöner und mächtiger Fluss. Zwei durch den Krieg oder Regenwasser zerstörte Brücken führen neben der jetzigen. Ein alter Panzer erinnert direkt hinter der Brücke erinnert an alte Geschehen



Bilder links:
Rio Mbridge und Panzer als Denkmal vor der Brücke



Wir fahren in Richtung Meer.

Die Vegetation zeigt sich im schönsten Grün.
In Nzeto angekommen, leider wieder keine Versorgungsmöglichkeit. Diesel tanken wir mühsam aus Kanistern von Anwohnern welche somit ein kleines Geschäft umsetzen. Es scheint als wären erst wenige Woche seit Kriegsende vergangen. Überall zerstörte Häuser und durchlöcherte Fassaden.



1. Fotos links:
Ortseingang Nzeto

2 .Foto links: zerstörte Häuser
in Nzeto
Wir machen einen kleinen Abstecher zum Strand und später zur Mündung des Rio Mbridge in das Meer. Uns zeigt sich ein schöner Sandstrand, die Mündung des Flusses ein fantastischer Landschaftsabschnitt mit guter Campmöglichkeit. Wir verhandeln mit einer Fischerin über einen Hai, welchen wir letztlich für kleines Geld in unserem Kühlschrank unterbringen.



1. Fotos links:
Sandstrand (kleine Lagune) Nzeto

2 .Foto links:
Fahrt zur Mündung des Rio Mbridge



1. Fotos links:
Mündung des Rio Mbridge bei Nzeto

2 .Foto links:
Landschaft Nähe Musserra
Weiter folgen wir der Küstenstraße über Musserra nach Luanda. In Musserra verfehlen wir jedoch die Küstenstraße und kommen somit auf die Hauptstraße nach Luanda. Kein schlechter Asphalt mehr, dafür aber vom Regenwasser zerstörte sandig bis steinige Piste (2 Pistenfotos rechts unten).

Um zurück auf die Küstenstraße zu kommen biegen wir von der Hauptstraße zurück Richtung Meer nach Ambriz, welches sich als hübsches Städtchen in schöner Landschaft zeigt. Erstmals sehen wir ein Hotel in Angola. Klein, aber immerhin ein Hotel. Zwar finden wir die unausgeschi-lderte Küstenstraße, aber scheint diese unpassierbar durch die sandige Pisten-beschaffenheit zu sein und wir kehren zurück auf die Hauptstraße Richtung Luanda. Unser Bushcamp in dieser Nacht eine gerodete Lichtung.



1. Fotos links:
Denkmal in Ambriz

2 .Foto links:
herrlicher Blick von Ambriz auf Meeres-lagunen
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